Artenschutz-Tipp

 "Tier des Monats" - Dezember

Der Habicht (Accipiter gentilis) - Vogel des Jahres 2015

 

Foto: Habicht, Accipiter gentilis© NABU/W. Lorenz

Stellvertretend für alle illegal verfolgten Greifvögel wurde der Habicht von BirdLife Österreich sowie dem Naturschutzbund Deutschland und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern zum Jahresvogel 2015 gekürt. Mit 1.100 bis 1.800 Brutpaaren zählt der blitzschnelle Greif zu den gefährdeten Vogelarten in Österreich. Alleine in Oberösterreich ist die Populationsdichte seit 1990 um 8 % gesunken. Im Flug wirkt der Habicht kompakt und langschwänzig, wobei das Weibchen deutlich größer ist, als das Männchen. Das Jugendkleid des Habichts erkennt man an der Längsfleckung auf Brust und Bauch. Im Alterskleid sind diese Gefiederpartien quer gebändert. Typisch sind der helle Überaugenstreif und die gelb bis orange gefärbte Iris, die sich bei älteren Habichten bis ins Rubinrote steigern kann. Habichtpartner bleiben ein Leben lang zusammen und sind sehr reviertreu. Als sogenannte "Schlüsselart" wirkt sich sein Vorkommen positiv auf den Kiebitz- und den gefährdeten Raubwürger-Bestand aus.



Der | naturschutzbund | Oberösterreich setzt sich durch Öffentlichkeitsarbeit für den Beutegreifer, der sich hauptsächlich von Ringeltaube, Eichelhäher, Star und verschiedenen Drosselarten ernährt, ein. Illegal abgeschossene, vergiftete oder gefangene Habichte sind heute noch trauriger Alltag. Nach wie vor sieht mancher Jäger im Habicht Konkurrenz bei Niederwild und ausgesetzten Jagdfasanen. Die Vogelschutzorganisationen fordern daher eine konsequente Vorgehensweise der Behörden bei Greifvogelverfolgung und keinerlei Ausnahmegenehmigungen mehr für Abschuss oder Fang von Greifvögeln aufgrund von Behauptungen allgemeiner Schäden.

 "Tier des Monats" - November

Der Sperling (Passer sp.)

 

Foto: Feldsperling, Passer montanus und "Spatzen-Reihenhaus" (kleines Bild); © Heidi Kurz























Seit 1970 gibt es große Bestandseinbrüche bei unseren heimischen Sperlingen. Während der Haussperling (Passer domesticus) zur Brutzeit unter Sanierungsmaßnahmen älterer Gebäude und der Zunahme an versiegelten Fassaden neuer Bauwerke leidet, macht dem Feldsperling (Passer montanus) der Einsatz von Pflanzen- und Insektengiften in der Landwirtschaft und der Mangen an geeigneten Brutplätzen in der Feldflur zu schaffen. Beide Sperlingsarten haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten und brüten gerne in lockeren Kolonien. 


Der | naturschutzbund | Oberösterreich setzt sich durch Öffentlichkeitsarbeit und Naturfreikauf für den Erhalt von naturbelassenen Lebensräumen für den Haus- und Feldsperling ein. Dort wo die Sperlinge noch genügend Nahrung finden, ihnen aber die Brutplatzmöglichkeiten fehlen, können künstliche Nisthilfen angeboten werden. Seit Kurzem bietet der | naturschutzbund | Oberösterreich "Spatzen-Reihenhäuser" an. Infos unter www.naturschutzbund-ooe.at.

 "Pflanze des Monats" - Oktober

Das Gewöhnliche Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)

 

Foto: Gewöhnliches Pfaffenhütchen, Euonymus europaeus© Heidi Kurz

Der deutsche Name des Pfaffenhütchens verweist auf die leuchtend purpurrosa bis kaminroten Kapselfrüchte, die wie eine Kopfbedeckung katholischer Geistlicher aussehen. Der sommergrüne, reich verzweigte Strauch blüht im Mai und Juni recht unscheinbar gelblich-weiß, ab August reifen die Früchte aus. Die vier Fruchtklappen springen dann auf und geben den orangerot ummantelten Fruchtkörper frei. Während die nektarreichen Blüten von Insekten bestäubt werden, stehen die knallbunten Früchte vor allem bei Vögeln hoch im Kurs. Diese fressen nur das nährstoffreiche Fruchtfleisch, scheiden die giftigen Samen unversehrt aus und sorgen so für die Verbreitung der Art. Da das gelbe Holz sehr zäh ist, wurden früher aus dem Gewöhnlichen Spindelstrauch, wie er auch genannt wird, Orgelpfeifen, Stricknadeln und Spindeln hergestellt.

 

Der | naturschutzbund | Oberösterreich setzt sich durch Öffentlichkeitsarbeit für den Erhalt von naturbelassenen lichten Laubwäldern, Waldrändern sowie Hecken ein, in denen der bis zu drei Meter hohe Spindelstrauch vorkommt. Durch sein weitläufiges, oberflächiges Wurzelsystem ist das Gewöhnliche Pfaffenhütchen außerdem ein wertvolles Flurgehölz für den Erosionsschutz und die Ufer- und Böschungssanierung.

 "Tier des Monats" - September

Die Wechselkröte (Bufo viridis)

 

Foto: Wechselkröte, Bufo viridis© Alois Kugler

Die Wechselkröte steht, gemeinsam mit anderen Amphibienarten, in Österreich auf der Roten Liste. Grund dafür ist der fortschreitende Verlust von Laichgewässern und die Zerstörung ihres Lebensraumes. Die Kröte mit dem grünen Fleckenmuster kommt hauptsächlich in Ostösterreich vor. In Oberösterreich ist sie nur regional wie zum Beispiel im Machland oder im Zentralraum anzutreffen.

Zur Fortpflanzungszeit (April bis Juni) wandern die mittelgroßen Amphibien zu ihren Laichgewässern, bevorzugt besonnte Flachwassertümpel. Dort werden die etwa zwei bis vier Meter langen Laichschnüre am Gewässergrund oder an Wasserpflanzen abgelegt. Die Entwicklung der Kaulquappen dauert drei bis vier Monate und die Geschlechtsreife wird im Alter von drei Jahren erreicht. Nach der Eiablage wandern die erwachsenen Tiere in feuchte Wiesen oder extensiv genützte Laubwälder und verbringen dort das restliche Jahr.

 

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der | natur-schutzbund | -Stadtgruppe Linz setzen sich seit Jahren für die stark gefährdete Wechselkröte ein. In den vegetationsfreien Linzer Industriebrachen wurden stehende Gewässer mit Flachufern und Verlandungsbereichen angelegt.

 "Pflanze des Monats" - August

Das Grüne Koboldmoos (Buxbaumia viridis)

 

Foto: Grünes Koboldmoos, Buxbaumia viridis© Christian Schröck

Wegen seiner eigentümlichen Gestalt ist das Grüne Koboldmoos, welches zu den Laubmoosen gehört, fast unverwechselbar. Die ausgewachsene Pflanze trägt keine sichtbaren Blätter sondern besteht nur aus dem Kapselstiel und der Sporenkapsel. Es wächst vor allem auf Totholz von Nadelbäumen in luftfeuchten, schattigen Wäldern. Bevorzugt werden dabei niederschlagsreiche Gebiete und Schluchten oder Nordhänge, besonders gerne in Bachnähe.

In der Roten Liste der Moose wird das Grüne Koboldmoos in Oberösterreich als "stark gefährdet" geführt und wurde nicht umsonst zum Moos des Jahres 2012 gekürt. Zur Schonung und Förderung dieser Art sollte für ein ausreichendes Vorhandensein von Morschholz in geeigneten Waldstandorten gesorgt werden.

 

Der | naturschutzbund | Oberösterreich setzt sich durch Öffentlichkeitsarbeit und Ankauf von Wäldern und naturbelassenen Lebensräumen im Rahmen der Aktion "Naturfreikauf" für den Erhalt an liegendem Totholz von Fichte und Tanne in Bachtälern ein, welches das Grüne Koboldmoos als Lebensraum benötigt.

 "Tiere des Monats" - Juli

Die Waldameisen (Formica spp.)

 

Foto: Rote Waldameise, Formica rufa© Josef Limberger

Waldameisen zählen wie Bienen und Wespen zur Insektenordnung der Hautflügler. Sie bewohnen besonnte und halbschattige Stellen in Laub- und Mischwäldern, wobei die Nester an Wald- und Wegrändern zu finden sind. Der Bestand ist durch den Verkehrswege- und Siedlungsbau und die Intensivierung der Forstwirtschaft, besonders durch das Anlegen von dichten Monokulturen, zurückgegangen. Auch kleinere Störungen am Bodennest wie zum Beispiel Eingriffe an der Nestkuppel können sich negativ auswirken und den Temperaturhaushalt des Nestes stören.

 

Die Hauptnahrung der Waldameisen besteht aus Honigtau (zuckerhaltiges Ausscheidungsprodukt von Blattläusen und anderen Insekten), Blütennektar, Insekten und Spinnen. Sie verzehren auch Kadaver, weshalb sie oft als "Gesundheitspolizei des Waldes" bezeichnet werden. Außerdem sind sie für die Samenverbreitung von zahlreichen Waldpflanzen wie Schneeglöckchen, Waldveilchen und Lerchensporn bekannt, die eine artenreiche Begrünung des Waldes mit sich bringt.

 

Der | naturschutzbund | Oberösterreich setzt sich durch Öffentlichkeitsarbeit und Ankauf von Wäldern und naturbelassenen Lebensräumen im Rahmen der Aktion "Naturfreikauf" für den Erhalt aller Waldameisenarten ein.

 "Tier des Monats" - Juni

Das Braunkehlchen (Saxicola rubetra)

 

Foto: erwachsenes Braunkehlchen Weibchen; © Heidi Kurz

Das Braunkehlchen, ein in Oberösterreich mittlerweile seltener Brutvogel, ist etwa 13 Zentimeter groß und wiegt ungefähr 18 Gramm. Zum Singen und bei der Beutejagd sitzt der kleine Insektenfresser gerne auf Zäunen, Pfählen, Hochstauden, kleinen Gebüschen und vorjährigen Stängeln. Das Nest wird gut versteckt am Boden unter einem dichten Busch oder einer Staude angelegt. Die ersten Jungen verlassen ab Mitte Juni das Nest.

 

Grund zur Sorge sind die enormen Bestandsrückgänge dieses Wiesenvogels in Oberösterreich. Alleine seit 1998 sind die Bestände um 66% zurückgegangen. Um den völligen Zusammenbruch dieser bedrohten Vogelart zu verhindern, wurde vom Land Oberösterreich ein Artenschutzprogramm erarbeitet. Für extensiv genutzte Grünlandflächen mit nachweislichem Vorkommen von Braunkehlchen-Bruten werden extra Prämien ausbezahlt.

 

Der | naturschutzbund | Oberösterreich setzt sich durch Öffentlichkeitsarbeit und Ankauf im Rahmen der Aktion "Naturfreikauf" für den Erhalt von extensiv genutzten Wiesen, Altgrasstreifen und Wiesenbrachen ein, die dem Braunkehlchen reichlich Nahrung und Sitzwarten bieten.

Antrag auf Gewährung einer Prämie.pdf
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 "Tier des Monats" - Mai

Der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) - Ritter in zarter Rüstung

 

Foto: Schwalbenschwanz; © Franz Huebauer

Der Schwalbenschwanz ist einer der größten und auffälligsten Tagfalter unserer heimischen Schmetterlinge und gehört systematisch zur Familie der Ritterfalter. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 75 mm ist der Schwalbenschwanz eine geschützte Tierart in Oberösterreich und fliegt bei uns in zwei Generationen, und zwar April bis Juni und Juli bis August, wobei die zweite Generation satteres Gelb und tieferes Schwarz aufweist. Die auffallend gezeichneten Raupen (grün mit gelbrot gepunkteten schwarzen Ringen) ernähren sich bevorzugt von Doldenblütlern wie beispielsweise wilde Möhre oder Fenchel. Das erwachsene Tier findet man an nektarreichen Blüten, zum Beispiel von Disteln, Wiesen-Knopf und Wiesen-Klee.

 

Der | naturschutzbund | Oberösterreich setzt sich für den Lebensraumerhalt dieser im Bestand gefährdeten Schmetterlingsart ein und fördert Flächen wie Brachen, Magerwiesen sowie sonniges, offenes oder auch mooriges Gelände, welches der Schwalbenschwanz zum Überleben braucht.

 "Tier des Monats" - April

Die Rauchschwalbe (Hirundo rustica)

 

Foto: männlicher Altvogel bei der Jungenfütterung; © Heidi Kurz

 

Im Sprichwort „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.“ hat sich die Beobachtung niedergeschlagen, dass einzelne Rauchschwalben zwar bereits Mitte März aus den afrikanischen Winterquartieren zurückkehren. In größerer Zahl kommen sie allerdings erst ab Mitte April, wenn der Sommer vor der Tür steht. Die an Stirn und Kehle rostfarbene Rauchschwalbe lebt seit Jahrhunderten in engster Nachbarschaft mit dem Menschen und gilt als Frühlings- und Glücksbringerin. Sie hat einen tief gegabelten Schwanz und lange Schwanzspieße (beim Männchen länger als beim Weibchen), brütet in Ställen und Scheunen und ist eine wahre Baumeisterin. Für ein Nest werden etwa 750 bis 1.400 Erdklümpchen benötigt, jedoch wird es immer schwieriger, geeignete Lehmpfützen zu finden.

 

 

Der | naturschutzbund | Oberösterreich setzt sich für den Erhalt dieser im Bestand schrumpfenden Vogelart ein und empfiehlt neben dem Öffnen der Stall- und Scheunenfenster künstliche, etwa eineinhalb Quadratmeter große Pfützen aus Erde, Lehm und zerkleinertem Stroh bereitzustellen. Auch durch das Anbringen von Nistunterlagen aus Holz oder Metall kann man die Rauchschwalbe unterstützen.

 "Tier des Monats" - März

Der Steinmarder (Martes foina)

 

Foto: schlafende Jungmarder; © Heidi Kurz

 

Obwohl sich Steinmarder bereits im Sommer paaren, bringt das Weibchen, erst im Frühling ab März den Nachwuchs zur Welt. Bedingt durch das Phänomen der Keimruhe, bei der sich die befruchtete Eizelle nicht sofort kontinuierlich zum Embryo weiterentwickelt, liegen zwischen Kopula und Geburt acht Monate, die eigentliche Tragzeit dauert aber nur einen Monat. Die Wurfgröße beträgt im Normalfall drei bis vier Junge, die Neugeborenen sind blind und nackt. Nach einem Monat öffnen sie die Augen, nach zwei Monaten werden sie entwöhnt und im Herbst werden sie selbständig. Die durchschnittliche Lebenserwartung in freier Wildbahn beträgt drei, das Höchstalter zehn Jahre.

 

Die nachaktiven Allesfresser bewohnen gerne menschliche Behausungen, wie zum Beispiel Dachstühle, Schuppen, Ställe und andere, gering genutzte Gebäudeteile. Hier rumpeln sie herum, ausgerechnet dann, wenn der Mensch seinen wohlverdienten Schlaf sucht. Jetzt ab März nehmen diese Geräusche zu, da die jungen Marder in Frühjahrsnächten toben, schreien und an Holzwänden kratzen.

 

 

Um den Steinmarder von Wohngebäuden fernzuhalten rät der | naturschutzbund | Oberösterreich den Garten naturnah zu gestalten. Holz-, Stein- und Reisighaufen sind gute Kinderstuben und Verstecke. In Schuppen und Scheunen sollte man ihn ohnehin dulden.

 "Flechte des Monats" - Februar

Die Landkartenflechte (Rhizocarpon geographicum)

 

Foto: Landkartenflechte; © Roman Türk

 

Als Flechte bezeichnet man eine, für beide Teile vorteilhafte, Lebensgemeinschaft zwischen einem Pilz und einem Photosynthese betreibenden Partner, zum Beispiel einer Grünalge.

 

Die Landkartenflechte ist eine leuchtend gelb bis olivgrüne Krustenflechte der Mittel- bis Hochgebirge, die bevorzugt Silikatgestein in Form von landkartenartigen Flecken überzieht. Wie viele andere Flechten auch hat sie ein extrem langsames Wachstum - von einem viertel bis einem halben Millimeter pro Jahr - und kann ein Alter bis über 1.000 Jahren erreichen. Somit kann sie bestens zum Datieren des Rückgangs von Gletschern genutzt werden. In niederen Lagen und in Kalksteingebieten tritt diese Flechte sehr selten und dann auch nur in geringer Deckung auf.

 

 

Der | naturschutzbund | Oberösterreich setzt sich für den Lebensraumerhalt dieser besonderen Flechte ein, welche eine Zeigerart für saure Standorte ist und erst kürzlich von den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft für Moos- und Flechtenkunde in Mitteleuropa zur Flechte des Jahres 2014 gewählt wurde.

 "Tier des Monats" - Jänner

Der Uhu - die größte Eule der Welt

 

Foto: adulter Uhu; Heidi Kurz

Ab Mitte Jänner hört man den namensgebenden Reviergesang des Uhu Männchens, ein lautes, zweisilbiges und weittragendes „buho“. Das Weibchen, welches deutlich größer ist, ruft höher. Zur Balzzeit, Anfang bis Mitte Februar, singt das Paar häufig im Duett.

 

Als Brutplätze dienen Felswände und in jüngster Zeit auch Steinbrüche und Schottergruben. Bei fehlendem Felsangebot sind die Brutpaare auf kleinste Hangstrukturen wie Böschungsabbrüche und Wurzelteller angewiesen. Darüber hinaus kann es auch zu Boden- oder Baumbruten kommen. Die Jagd nach Beute findet meistens über offenen oder nur locker bewaldeten Flächen statt, die auch im Winter genug Nahrung bieten. Das Nahrungsspektrum des Uhus reicht von kleinen bis mittelgroßen Säugetieren und Vögeln.

Die Einstellung der Jägerschaft zum größten Beutegreifer unter den Eulen hat sich mehrheitlich zum Positiven gewandelt.

 

 

Der | naturschutzbund | Oberösterreich setzt sich für den Lebensraumerhalt dieser dämmerungs- und nachtaktiven Eule ein, von der im Jahr 2012 in Oberösterreich 47 Paare insgesamt 95 Jungvögel erfolgreich groß gezogen haben.

 "Pflanze des Monats" - Dezember

Die Wildrose und ihre Früchte - Vitamine für den Winter

 

Foto: Blaumeise auf Wildrosen-Strauch; Josef Limberger

Als Hagebutten bezeichnet man die meist leuchtend roten, essbaren Früchte der, zum Beispiel in Oberösterreich vom Aussterben, bedrohten Zimt- oder Essigrose. Landläufig werden die säuerlichen Köstlichkeiten auch als „Hetscherl“ bezeichnet.

Für Tee, Marmelade und andere Spezialitäten werden die Vitamin-C reichen Früchtchen am besten nach dem ersten Frost geerntet, da dann das ursprünglich harte Fruchtfleisch weich wird und leichter verarbeitet werden kann. Hagebutten sind Sammelfrüchte, die viele kleine Nüsse (Kerne) enthalten. Das Fruchtfleisch entsteht aus dem fleischigen Blütenboden. Die Kerne sind mit feinen, mit Widerhaken bestückten, Härchen bedeckt.

Säugetiere, wie Mäuse und Eichhörnchen knabbern sie als Rohkost und für viele Wildvögel stellen die Vitaminbomben ein reichhaltiges Nahrungsangebot dar, mit dem das Überleben im Winter gesichert werden kann.

 

Der | naturschutzbund | Oberösterreich setzt sich für den Erhalt dieser heimischen Wildrosen ein, die neben Nahrung vielen Tieren auch als Zufluchts- und Schutzgehölz dienen.

 "Tier des Monats" - November

Grünspecht (Picus viridis) - "Vogel des Jahres 2014"

 

Foto: Grünspecht Männchen; Heidi Kurz

Von BirdLife Österreich sowie den Partnerorganisationen Naturschutzbund Deutschland (NABU) und dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayern zum „Vogel des Jahres 2014“ gekürt wurde der Grünspecht (Picus viridis). Meist ist dieser - mit einem roten Scheitel ausgestattete - Jahresvogel durch seine Stimme, einem laut lachenden „klüh-klüh-klü-klü-klü-klü-klü-klü…“, zu entdecken und trommelt nur selten. Im Gegensatz zu den meisten anderen Spechten hält sich dieser „Erdspecht“ gerne am Boden auf. Dort findet er seine bevorzugte Nahrung: Wiesen- und Wegameisen und deren Puppen, die dieser prachtvolle Vogel mit seiner langen, mit kleinen Widerhäkchen besetzten Zunge aus den Nestern hervorholt. Im Winterhalbjahr steigt er bei der Nahrungssuche auf Baumritzen um. Man findet ihn in lichten Wäldern und Streuobstgärten mit alten Bäumen in denen er seine Höhlen zimmert. Um ihn zu schützen sollten alte Obstbaumbestände, magere Wiesen oder spärlich bewachsene Bodenstellen erhalten und auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet werden.

"Tier des Monats" - Oktober

Der „richtige“ Igel-Schlafplatz für den Winter

 

Foto: Braunbrustigel; © Josef Limberger

 

Igel halten je nach Witterung von Oktober bis April Winterschlaf. Während dieser Pause werden alle ihre Körperfunktionen zurückgefahren. Die Körpertemperatur sinkt und das Herz schlägt langsamer. Zuvor nehmen die dämmerungs- und nachtaktiven Einzelgänger vermehrt kohlenhydratreiche Nahrung wie Käfer, Würmer und Schnecken auf, um sich eine Fettschicht als Kälteschutz und Nahrungsreserve anzufressen. Wegen der Verarmung der Landschaft durch oft intensive Land- und Forstwirtschaft nehmen Igel gerne die menschliche Umgebung und hier besonders naturnahe Bereiche, als Rückzugsgebiet an. Jedoch ist es in den für die heutige Zeit typischen „sauberen" Gärten oft unmöglich, frostfreie Überwinterungsplätze zu finden. Helfen können Sie den kleinen Stacheltieren, indem Sie in Ihrem Garten Kompost-, Laub- und Reisighaufen oder Holzstapel anlegen. Ein naturnaher Garten mit heimischen Gehölzen, Stauden und Wildkräutern bietet in der Regel alles, was ein Igel braucht: Versteckmöglichkeiten und Nahrung.