Die Heidelerche (Lullula arborea) im nordöstlichen Mühlviertel

 

Die folgenden Aufzeichnungen sind chronologisch rückläufig geordnet.

7. Juni 2013

Adultes Männchen (Weibchen am rechten Bein beringt) auf einer Ansitzwarte. Zu hören waren immer wieder leise Kontaktrufe zum Weibchen und den beiden flüggen Jungvögeln.

1. Juni 2013

Drei von fünf Heidelerchen-Nestlingen haben die nasskalte Nacht leider nicht überlebt.

31. Mai 2013

Aufgrund des anhaltenden Regens und der kühlen Temperaturen waren die fünf Jungvögel (Alter: 12 Tage) sichtlich durchnässt und unterkühlt.

Kurzerhand habe ich mit den in der Nähe vorgefundenen Materialien eine kleines Dach über dem Bodennest angebracht, damit die Nestlinge vor dem weiterhin angekündigten Regen einigermaßen geschützt sind. Gefundene Kotspuren bis zu drei Meter Entfernung vom Nest, lassen darauf schließen, dass die Jungen bei den Fütterungen den Elterntieren bereits entgegenkommen.

Nach Harrison & Castell (2004) kommen die Jungvögel ab dem 7. Tag den Altvögeln entgegen. Nachdem sie mit ca. 12 Tagen das Nest verlassen haben, können sie etwas fliegen und sind mit 16 Tagen voll flugfähig.

29. Mai 2013

Nicht immer gelingt es der Brut das Nest rechtzeitig zu verlassen, bevor die Maschinen angerollt kommen. So leider auch auf diesem Kleegrasfeld (zerstörtes Bodennest im Bildvordergrund).

28. Mai 2013

Bodennest mit 5 perfekt getarnten Jungen in einem Getreideacker.

Die Beringung erfolgt im Alter von 9 Tagen. Dazu werden die Heidelerchen Nestlinge mit den handelsüblichen Radolfzeller Ringen (Größe C) individuell markiert und anschließend gewogen.

24. Mai 2013

Nestlinge im Alter von 4 Tagen zeigen das typische Rachenmuster mit fünf dunklen Flecken.

20. Mai 2013

Die Nesthocker im Alter von 1 Tag sind auf Kopf und Oberkörper reichlich bedunt. Die Dunen sind lang und grauweiß gefärbt.

14. Mai 2013

Nach einer Brutzeit von nur 12 Tagen sind aus den Eiern fünf junge Heidelerchen geschlüpft.

Perfekt getarntes Heidelerchen Weibchen auf dem Gelege (Brutdauer im Durchschnitt zw. 12-16 Tagen).

8. Mai 2013

Das Bodennest, welches beide Partner bauen, ist ein solider Napf aus Gras und Moos mit einer Polsterung aus feinen Wurzeln und Haaren. Die 3-6 Eier sind glatt und mäßig glänzend. Sie besitzen eine bräunlichweiße Färbung mit braunen Punkten die den Pol kranzartig umgeben können.

In Oberösterreich wird der Bestand auf 50-100 Brutpaaren geschätzt. 2012 wurde eine neuerliche Bestandskontolle durchgeführt. Ergebnisse folgen.

Heidelerche im Mühlviertel, 2007.pdf
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Heidelerche - Lullula arborea - Woodlark

Einführung

Die Heidelerche ist eine Anhang 1 Art der EU-Vogelschutzrichtlinie (listet diejenigen Vogelarten auf, die innerhalb der Grenzen der EU als besonders schutzbedürftig eingestuft werden) und eine SPEC 2 (Species of European conservation concern) Art, deren globale Population in Europa konzentriert vorkommt und in Europa einen ungünstigen Erhaltungsstatus hat.

 

In Österreich gilt die Heidelerche als seltener und nur lokal vorkommender Brutvogel mit rückläufigem Bestand. Regelmäßig besetzte Vorkommen existieren nur noch in den östlichen Bundesländern Niederösterreich und Burgenland sowie im oberösterreichischen Mühlviertel zwischen Neumarkt im Mühlkreis und St.Thomas am Blasenstein (Dovorak et al. 1993).